Hallo zusammen,
ich möchte hier mal meine Erfahrungen mit dem Interrail Global-Pass teilen. Ich habe das Ticket zum Glück bei einem Wettbewerb gewonnen. Das war mein großes Glück, denn so musste ich „nur“ die Hotels bezahlen. Hätte ich den vollen Preis für das Ticket auch noch selbst bezahlt, wäre ich über die fehlende Flexibilität und die unlogischen Regeln extrem wütend gewesen.
Das Problem mit der aktuellen Regel:
Mein ursprünglicher Plan war eine große Europa-Tour: Von Biessenhofen nach Wien, dann kurz zurück nach Hause (Wäsche waschen, ausruhen), dann weiter nach Frankreich und später nach Spanien. Aber das ist mit dem Global-Pass verboten, weil man im eigenen Land nur zweimal fahren darf (einmal raus, einmal rein).
Besonders für mich ist das eine große Barriere: Ich habe eine Behinderung und kann nicht viele Wochen am Stück alleine unterwegs sein. Ich brauche mein Zuhause als „Basis“, um Kraft zu tanken und mich zu organisieren. Die aktuelle Regel zwingt einen aber dazu, entweder dauerhaft im Ausland zu bleiben oder teure Ersatztickets im Heimatland zu kaufen. Das macht überhaupt keinen Sinn und verhindert Tourismus, anstatt ihn zu fördern!
Mein Vorschlag für eine bessere Regel (Die „Grenz-Regel“):
Die aktuelle Regel sollte durch eine logische Lösung ersetzt werden:
„Eine Fahrt mit dem Interrail-Pass ist nur dann gültig, wenn dabei eine Landesgrenze überquert wird.“
- Das bedeutet: Fahrten rein innerhalb eines Landes (z. B. von Amsterdam nach Rotterdam oder von München nach Berlin) sind nicht erlaubt. So kann niemand den Pass als reines Inlandsticket für den Alltag missbrauchen.
- Aber: Jede Fahrt über eine Grenze hinweg (z. B. von Biessenhofen nach Wien oder von Amsterdam nach Köln) ist erlaubt – und zwar so oft man will!
Das wäre fair für alle Länder (egal ob groß oder klein) und würde es auch Menschen mit Behinderung oder wenig Zeit (wegen Arbeit) ermöglichen, Europa in Etappen von zu Hause aus zu entdecken.
Meine Alternative (Wie ich meine Reise gerettet habe):
Da die aktuelle Regel so unflexibel ist und meinen Plan mit Frankreich und Spanien zerstört hat, musste ich mir eine Alternative suchen, um das gewonnene Ticket wenigstens etwas zu nutzen:
- Ich bin zuerst für drei Tage nach Wien gefahren.
- Von Wien aus bin ich weiter nach Karlsruhe gefahren (das war meine offizielle Rückfahrt nach Deutschland laut Pass).
- Von Karlsruhe aus bin ich dann mit meiner Wertmarke (Schwerbehindertenausweis) wieder zurück nach Hause nach Biessenhofen gefahren.
So konnte ich wenigstens zwei Städte sehen und musste nur die Hotels vor Ort bezahlen. Aber viel mehr von Europa zu entdecken, war wegen der blöden Regeln einfach nicht möglich. Ein „Global-Pass“ sollte so flexibel sein wie die Reisenden selbst und keine Mauern im eigenen Land aufbauen!
Was haltet ihr von meinem Vorschlag mit der Grenz-Überquerung? Wäre das nicht viel sinnvoller für echtes europäisches Reisen?
